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Zementfüllungen

Baustelle Mundhöhle?
So ist es manchmal wirklich. Viele Patienten kommen, durch Amalgamdiskussion und Zeitungsartikel aufgeschreckt in die Praxis und möchten sich alle Füllungen erneuern lassen. Als Zahnarzt versucht man nun die Wogen so weit wie möglich zu glätten und Alternativen anzubieten. Denn meist müssen die Amalgamfüllungen noch nicht erneuert werden und der Preis für sinvolle Alternativen ist meist hoch. Was tun, wenn Sie als Patient kein Amalgam mehr im Mund haben möchten, sich aber eine Gold-oder Keramikfüllung im Augenblick nicht leisten können?

Langzeitprovisorium heißt das Zauberwort. Ob das eine Alternative ist, lesen Sie hier.

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Zement im Mund?

Zementlaster

Drei Gruppen stellen das Gros der zahnmedizinischen Zemente dar: Phosphatzemente, Glasionomerzemente und Carboxylatzemente. Dabei kann man zwischen Füllungszementen, temporären Zementen, Zementen für Unterfüllungen und Zementen für das definitive Befestigen von Inlays, Kronen oder Brücken unterscheiden.

Temporäre Zemente werden für das vorübergehende Befestigen von festsitzendem
Zahnersatz oder Provisorien verwendet. Sie bestehen in der Regel aus einer
Zinkoxid-Basis, die mit Eugenol (aus Nelkenöl) oder Phosphorsäure gemischt werden. Diese Zementart weist keine große Festigkeit auf, denn der Zahnarzt will das Provisorium ja wieder herausbekommen.

Füllungszemente dienen eigentlich nur dem Aufbau eines Zahnes zur weiteren Versorgung mit Kronen oder Brücken.  Als definitive Füllungen eignen sie sich nicht, da sie nicht kaustabil sind und schnell auswaschen.

Eine Ausnahme sind die Glasionomerzemente, die sich gut für Zahnhals- und
Milchzahnfüllungen eignen. Glasionomerzemente enthalten neben organischen Säuren (z.B. Polyacrylsäure) Gläser, die in Spuren Aluminium-, Calcium-, Strontium- und Fluoridionen freisetzen.

Füllungen aus Glasionomerzementen sind bei kaudruckbelasteten Restaurationen bleibender Zähne derzeit nur als Langzeitprovisorien (unter 2 Jahren) einzustufen. Bei Füllungen außerhalb des Kaudruckbereiches sowie bei Milchzähnen kann man dagegen von einer längeren Haltbarkeit ausgehen.

Zemente zur Unterfüllung und zum Befestigen sind im Prinzip gleich. Es handelt sich hier meist um Phosphatzemente, die in Pulverform mit einer Säure angemischt  werden. Je nach Art des Einsatzes und der Menge von Pulver, wird der Zement "zäh-klebrig" (Unterfüllung), oder "sahnig-flüssig" (Befestigung).

Mein Zahnarzt erklärt mir was!

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Fazit

Zemente stellen auf keinen Fall eine sinnvolle und haltbare Alternative zu den gängigen Füllungsmaterialien dar. Sie haben ihre Stärken als Unterfüllungsmaterial, zur Befestigung hochwertiger Versorgungen, oder als Langzeitprovisorien.
Als Langzeitprovisorien vor einer weiteren Behandlung können bis jetzt nur die Glasionomerzemente eingesetzt werden. Sie eignen sich auch zur Versorgung von Milchzähnen, da diese in absehbarer Zeit durch die bleibenden Zähne ersetzt werden.

Falscher Weg!

Durch die Freisetzung von Fluoriden, schützen die Glasionomerzemente den Zahn in dieser Zeit vor einem größeren Kariesbefall. Dieser ist aber nach wie vor nicht ausgeschlossen.

Eine Versorgung des Zahnes mit einer hochwertigen Füllung ist demnach zwar aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.

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