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Ursachen der Karies

Karies ist so alt wie die Menschheit

Archäologische Funde lassen vermuten, daß schon die Neandertaler in grauer Vorzeit unter Karies litten, aber erst mit der Entstehung der Kulturvölker die Häufigkeit von Karies zunahm.

Feststeht, je höher die Kultur eines Volkes entwickelt war, desto mehr Menschen hatten Karies. Kohlenhydrat- und zuckerreiche Kost wie Brot, Kuchen oder Honig begünstigten kariöse Veränderungen an der Zahnhartsubstanz in hohem Maße.

Hatten die Steinzeitmenschen bessere Zähne?

Unsere Vorfahren hatten nicht die Möglichkeit, Torten oder Schmalzgebäck herzustellen. Auch kannten sie keine Zahnbürste im eigentlichen Sinne.
Die faserreiche Nahrung bestand hauptsächlich aus rohem Fleisch und Pflanzen, die gut gekaut werden mußten. Das reichte aus, um die Zähne von Belägen zu befreien.
Allerdings nutzten sie sich aufgrund der zähen und sandigen Kost sehr schnell ab.
Karies trat selten auf. Klar, denn die Menschen wurden selten über 25 Jahre alt.

Tutench Amun

Karies im alten Ägypten?

Zu den Ägyptern gibt es Aufzeichnungen die belegen, daß es unter den aristokratischen Familien Fälle von Karies gab.
In den Grabkammern fand man an mumifizierten Leichen Zahnstein, Karies und Eiterherde an Zähnen, wohingegen das einfache Volk vermutlich aufgrund der unterschiedlichen Ernährung von Karies weitgehend verschont blieb.

Die Grabbeilagen der Pharaonen und reichen Bürger bestanden nicht nur aus Gold und Schmuck. Meist wurden auch Nahrungsmittel beigegeben, so daß der Verstorbene auch im Jenseits nicht hungern mußte.

Hier fanden sich außer Getreide auch Honig, Gebäck, Früchte und behandeltes Fleisch. Lebensmittel, die sich das einfache Volk nicht leisten konnte.
In der Mittelschicht und bei ärmeren Bürgern waren Datteln und Reis das Hauptnahrungsmittel.
Ein Grund für weniger Karies? Genau wissen wir es nicht, aber die Vermutung liegt nahe.
Erwiesen ist allerdings, daß die Ägypter Zähne behandelt haben, ja sogar Prothesen aus Golddraht und Elfenbein fertigten. Und das  nur für diejenigen, die es sich leisten konnten und auf ein tadelloses Aussehen Wert legten. Wie hohe Beamte oder der Pharao selbst.

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Erste Forschungsansätze

In der arabischen Welt der Babylonier und Assyrer herrschte um 2000 v. Chr. die Vorstellung des Zahnwurmes vor, der im Zahn sitzt und ihn zerstört. Um 1400 v. Chr. finden sich ähnliche Annahmen auch bei den Ägyptern.

Erste schriftliche Belege über die Entstehung von Karies finden sich bei dem griechischen Arzt und Philosophen Hippokrates ( ca. 460 n.Chr.).
Er beschreibt die Karies hier als eine "Stockung schlechter Säfte durch Beläge auf den Zähnen".

Hildegard von Bingen

Die heilige Hildegard

Hildegard von Bingen
(1098 - 1179) , eine Klosterschwester, die aufgrund ihres medizinischen Wissens auch heute noch verehrt wird, nahm sich dieser Theorie an und entwickelte gleich zwei neue Kariestheorien.

Eine Sensation, wenn man bedenkt, daß Frauen im Mittelalter jeglicher Zugang zu Wissen verwehrt war.

Kariestheorien

Mittelalter

Die Medizin des Mittelalters war beherrscht von der "Vier - Säfte -Theorie", die auf den griechischen Arzt Galen zurückgeht. Galen war der Meinung, daß Blut, Schleim, rote und schwarze Galle die Hauptbestandteile des Körpers seien. Ein Ungleichgewicht der Säftemischung führe deshalb zu Krankheiten.

Hildegard von Bingens erste Theorie besagt demnach, daß die Entstehung des Zahnschmerzes auf eine schlechte Säftemischung zurückzuführen sei.
Zweitens aber ein Zahnwurm existieren muß, der den Zahn von innen zerstört.

Heute

Die heute anerkannte Theorie zur Kariesentstehung wurde von W. D. Miller 1889 an der Universität Berlin entwickelt. Diese besagt, daß die Entstehung der Karies ein "chemisch - parasitärer" Prozeß sei. Er ging davon aus, daß die von Bakterien erzeugten Säuren das Mineral des Zahnschmelzes herauslösen und die organische Substanz des Zahnes zerstören.
Die Theorie zur Kariesentstehung bekam durch seine bakteriologische und experimentelle Forschung eine wissenschaftliche Basis.

W.D.Miller

Weiterführende Literatur

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